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Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus am Steigerwald  > Pfarreien  > Gerolzhofen  > Gruppen und Verbände

Ökumenischer Krankenhaus-Besuchsdienst

"Die Kranken besuchen" - das kann vielerlei bedeuten.
"Die Kranken besuchen" - das kann heißen, dass ich gerne oder aus Pflicht dies tue, weil ein Angehöriger, die Nachbarin oder ein Arbeitskollege zur Zeit im Krankenhaus liegt ...!

"Die Kranken besuchen" - das kann auch heißen, ich lasse mich als Christ von dem Wort Jesu ansprechen: "Ich war krank, und ihr habt mich besucht". (vgl. Mt  25,31-46)

"Die Kranken besuchen" ist also   e i n  Werk der sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit, so wie es uns Jesus im Evangelium nahe legt.

In diesem Sinne versteht sich der "Ökumenische Krankenhaus-Besuchsdienst" der beiden Kirchengemeinden von Gerolzhofen.
Ehrenamtlich engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besuchen die Patienten in der GEOMED-KLINIK, um Ihnen dadurch zu zeigen, dass es ein Werk der Barmherzigkeit ist,  "die Kranken zu besuchen".

Die Frauen und Männer des Besuchsdienstes möchten bei ihren Besuchen und Gesprächen verschwiegene ZuhörerInnen sein, den Patienten in ihrerer augenblicklichen Situation menschlich nahe sein und somit ein Stück des Lebens- und  Glaubensweges mitgehen.

Die Gruppe der Mitarbeitenden trifft sich in regelmäßigen Abständen, um belastende Erfahrungen aufzuarbeiten und sich fachlich für diesen Dienst der Nächstenliebe weiterzubilden.

 

 

Ökumenischer Wohnstift-Besuchsdienst

In gleicher Weise versteht sich der Besuchsdienst im Wohnstift  Steigerwald, der von Frauen und Männer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden angeboten wird.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen bieten ihren Dienst für die älteren Menschen an:
Zeit zum Erzählen und Zuhören, kleine Spaziergänge im Haus und das Gespräch wollen zu einer lebendigen Begegnung miteinander und untereinander einladen.

Gerne können Sie sich für eine Mitarbeit in diesen Besuchsdiensten näher erkundigen.

Ansprechpartner: Diakon Albert Hein, Tel. 09382/9752-0 (Pfarramt)

 

 

(Schöneich.jpg; 27 kB)

 

Türen öffnen, zuhören und Zeit schenken

Ehrenamtliche Helfer besuchen regelmäßig Patienten in der Geomed-Klinik

Zehn Minuten. Eine Stunde. Wie lange ein Gespräch dauert, ist ganz unterschiedlich, sagt Diakon Günter Schöneich. Er kümmert sich nicht nur um die Seelsorge in der Geomed-Klinik sondern auch um den ökumenischen Besuchsdienst.

Gut 20 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten mit. Vorwiegend ältere Leute sind das, vorwiegend Frauen. „Zuhören, reden, das ist halt eher eine Frauensache“, meint Schöneich. Trotzdem hat er die Erfahrung gemacht, dass Patientinnen auch mal gerne mit einem Mann über ihre Probleme reden. Da trifft es sich gut, dass seit kurzem ein Mann zur Truppe gehört. Für die Gruppe ist das auch schön, meint Schöneich. „Ein Mann bringt eine andere Art rein.“

Die Kunst des Zuhörens

Jemand Fremden zu besuchen, der im Krankenhaus liegt, ist schon was anderes, als mal bei der Nachbarin vorbeizuschauen. Wenn man sich kennt, fällt ein Gespräch vielleicht leichter. Beim Besuchsdienst ist die Kunst des Zuhörens gefragt, sagt Schöneich. „Der Gesprächspartner gibt Inhalt und Länge vor.“ Er und das Besuchsteam erleben aber auch oft, wie gut es den Leuten tut, sich mal mit jemanden auszusprechen, der nicht zur Familie oder zum Freundeskreis gehört. Da muss man nicht stark sein. Kann besser zugeben, dass es doch noch nicht so gut geht, wie es die anderen gerne hören würden.

„Wie fühlen Sie sich?“, fragt Günter Schöneich gern zum Auftakt, nachdem er sich vorgestellt hat. „Wie geht's ist so abgedroschen.“ Fragt man nach Gefühlen, kommen die Leute außerdem viel leichter ins Erzählen, hat er beobachtet. „Dann kommt, was auf der Seele, auf dem Herzen liegt.“

Oberstes Gebot beim Besuchsdienst: Verschwiegenheit. „Die Dinge im Haus belassen“, sagt Schöneich. Für vorurteilsfrei zuhören, für Menschlichkeit im Krankenhausalltag ist der Besuchsdienst zuständig. Aber auch mal für kleinere Dienste: Eine Zeitung holen, eine Kleinigkeit besorgen. Und ab und an auch mal eine kleine Brücke bauen, zur Familie oder zum Personal im Krankenhaus.

Von Tür zu Tür gehen die Besucher – in der Klinik wie auch in der Kurzzeitpflege. Ob sich der Patient im Bett überhaupt freut über Besuch, wie das Gespräch laufen wird, das weiß keiner der ehrenamtlichen Besucher. Schöneich spricht von Schwellenangst: „Ich weiß nicht, was mich da drinnen erwartet.“

Der Diakon beobachtet auch immer, wie viel einfacher ein persönlicher Kontakt herzustellen ist, wenn beide Gesprächspartner aus der gleichen Kante kommen, den gleichen Dialekt sprechen. Um die Menschen zu verstehen, muss man in der Region großgeworden sein, ist seine Überzeugung.

Bereicherung für Kurzzeitpflege

„Der Besuchsdienst ist eine Bereicherung“, sagt Martin Hümmer, der Leiter der Kurzzeitpflege. Er findet es beeindruckend, wie sich die Helfer immer wieder auf neue Gegenüber einlassen können, mit wieviel Freude sie dabei sind. „Die Leute machen das, weil sie es wollen. Nicht weil sie müssen.“ Als eine wesentliche Stütze für die Patienten sieht Chefarzt Dr. Manfred Klein den Besuchsdienst. Schöneich beobachtet immer wieder, wieviel die Helfer aus den Begegnungen ziehen. „Wir bekommen oft mehr, als wir geben.“

Die Besuchsdienstler, die bewusst im Auftrag der beiden Kirchengemeinden unterwegs sind, treffen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch, zur Reflexion. Sich auszutauschen ist wichtig für die Gruppe, sagt Schöneich. Außerdem schweißen die Treffen zusammen. Treu nach dem Wahlspruch auf Flyer und Plakat: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Wer sich für die Mitarbeit beim Ökumenischen Besuchsdienst (auch im Wohnstift) interessiert, kann sich melden im Katholischen Pfarramt in Gerolzhofen Tel. (0 93 82) 9 75 20 oder im Evangelischen Pfarramt, Tel. (0 93 82) 15 97.

 

 

Quelle: Mainpost